Teil 6: Die Pyrenäen bezwungen

Bloß nicht anhalten, das Gas richtig dosieren und auf jeden Fall den richtigen Gang wählen. „Der Pyrenäenpass war eine große Herausforderung für die Trecker und die Fahrer“, erzählt Johannes Thodam. Seit über drei Wochen sind der 65-Jährige und sein gleichaltriger Freund Gerd Lemkens nun schon auf dem Jakobsweg unterwegs. Am ersten Mai waren die beiden in Nettetal bei strömenden Regen gestartet. Nun brutzeln sie in der spanischen Sonne. Denn ihre Oldtimer-Traktoren, ein Eicher EKL 15/II und ein Schlüter AS 22, haben beide kein Verdeck.

Vor ein paar Tagen haben die Pilger von der französischen Stadt Saint-Jean-Pied-de-Port aus die Pyrenäen bezwungen. „Alles gut gelaufen“, vermeldet Thodam. Das Foto oben zeigt die Traktor-Pilger vor der Gipfelkapelle. Zuvor waren sie noch einmal von der französischen Gendamerie angehalten worden – die hatte nichts zu beanstanden, ganz im Gegenteil: „Die Trecker und unsere bisherige und geplante Route interessierten mehr als unsere Papiere“, sagt Thodam und schmunzelt (Foto unten).

Weiter ging es mitten durch die spanische Großstadt Pamplona: „Sehr zur Begeisterung der Bevölkerung und natürlich unserer Gaudi.“ Auch auf der spanischen Seite entpuppte sich die Polizei schnell als Freund und Helfer. Als die beiden Pilger ihr Quartier in der Stadt Estella nicht finden konnten, sprachen sie kurzerhand die Guardia-Civil an. Die eskortierte die beiden Deutschen kreuz und quer durch die Stadt bis sie die Herberge sicher gefunden hatten. „Die Hilfsbereitschaft ist einfach überwältigend“, betont Johannes Thodam.

Gestern Abend haben die Pilger nahe Burgos ihr Quartier aufgeschlagen. Etwa 500 Kilometer noch, dann werden sie Santiago de Compostela erreicht haben. „Ich schätze mal fünf bis sechs Tage“, sagt Thodam, „das kommt natürlich aufs Wetter an. Momentan ist es morgens immer noch etwas frisch und eine Jacke beim Start Pflicht. „Irgendwann schmeißen wir dann alles ab und schwitzen in der Sonne“, erzählt der Pilger lachend. Bis zu 30 Grad wird es heiß. Dennoch fahren die beiden fast den gesamten Tag durch, nur in der Mittagshitze suchen sie sich nach Möglichkeit ein Café mit einem schattigen Platz, um dort etwas Kühles zu trinken. „Spanische Siesta machen wir aber nicht“, sagt Thodam lachend.

Folgen verpasst? Hier lest ihr sie alle:
Teil 1 – Mit dem Traktor auf dem Jakobsweg
Teil 2 – Regen, Pilgerfrühstück und Eiseskälte
Teil 3- Waschstraße auf dem Jakobsweg
Teil 4 – 1000 Kilometer sind geschafft
Teil 5 – Sonnenbrand und Deichselbruch
Teil 6 – Die Pyrenäen bezwungen
Teil 7 – Emotionale Ankunft
Teil 8 – Ans Ende der Welt und zurück
Teil 9 – Hühnchen mit Reis und große Hitze
Teil 10 – Auf der Zielgeraden nach Hause
Traktor-Pilger sind wieder zu Hause

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