Wahl zum Traktormensch 2017: Sören gegen Heinrich

Sören, Hanomag Granit 500

170 Kilometer sind es von Sören Bockstiegels Wohnort bis zur Produktionsstätte seines Schleppers. Das weiß der 43-Jährige so genau, weil er 2007 den ganzen Weg von Handrup im Emsland nach Hannover mit Freunden auf eigener Achse zurückgelegt hat. Es gab dort ein großes Hanomag-Treffen mit Werksbesichtigung – einige alte Gebäudeteile stehen noch. „Das war eine einmalige Gelegenheit. Sonst ist das Grundstück komplett abgeriegelt“, erzählt Bockstiegel. Dort wo die Hannoversche Maschinenbau AG ab 1924 Traktoren produzierte, laufen heute Komatsu-Baumaschinen vom Band. Und in Handrup läuft und läuft Bockstiegels Hanomag Granit 500 (Baujahr 1962) immer noch zuverlässig.

Offiziell gehört der Granit 500 Bockstiegels Nachbarn Clemens Barke (Foto rechts). Der hatte den 38-PS-starken Dreizylinder-Schlepper 1975 für 2.300 Mark gekauft. „Lange Zeit habe ich ihn landwirtschaftlich genutzt, der lief bei mir als Zweitschlepper zum Mähen und Säen und hatte damals noch einen Frontlader dran“, erzählt Barke. Obwohl der Hanomag schon längere Zeit ein einsames und tristes Dasein in der Scheune fristete, wollte er ihn nicht verkaufen. Da Sören Bockstiegel soeben einen Resthof gekauft hatte und sein Geld ohnehin in andere Dinge stecken musste, war der Deal 2006 schnell perfekt: Clemens Barke bleibt der Besitzer, Sören Bockstiegel darf sich den Schlepper wieder schön machen und ihn nutzen, die Kosten der Restaurierung werden geteilt. „Zu sehen, wie die Technik funktioniert und mit meinen Freunden ein schönes Wochenende zu verbringen, das reizt mich“, erzählt er.

Die Optik war einer der Gründe, warum Sören Bockstiegel unbedingt einen Hanomag haben wollte. Die ungewöhnlich lange Bauform mit einem Radstand von 2.104 Millimetern, die geschwungenen, runden Formen und die farblich in Rot abgesetzten Kühler- und Seitengitter geben dem Schlepper aus Hannover seinen ganz eigenen Charakter. „Für mich hat das beinahe etwas Elegantes“, schwärmt Sören Bockstiegel, „die Farbe ist ebenfalls genau mein Geschmack“, bekennt er.

 

Der Hanomag Granit 500 in Kürze:

Bauzeit: 1962 bis 1966
Motor: Hanomag D 21 CR – wassergekühlter Dreizylinder-Wirbelkammer-Motor
Hubraum: 2.099 cm³
Leistung: 38-40 PS bei 2.300-2.400 Umdrehungen/Minute
Getriebe: Hanomag mit 10 Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen
Höchstgeschwindigkeit: 20-25 Kilometer pro Stunde

 

Heinrich, Eicher Königstiger 2 Allrad

Wendig, kompakt und dabei sehr kraftvoll: Heinrich Baarlink weiß, was er an seinem Eicher Königstiger 2 Allrad hat. Dabei wurde der Niedersachse eigentlich durch und durch mit Fendt sozialisiert. Der erste Schlepper auf dem Hof der Eltern in Laar-Echteler war 1956 ein Dieselross F 15, Baujahr 1954. Und noch heute dominiert Fendt-Grün seine Sammlung. Nichtsdestotrotz betont der 64-Jährige, wie viel Raffinesse und Köpfchen die Traktorhersteller aus Forstern in den Königstiger 2 gesteckt haben. Zum Beispiel die zwei getrennten Ölkreisläufe für die hydrostatische Lenkung und Regelhydraulik. Oder der Automatik-Schnellverschluss der Motorhaube mit zwei „Nasen“ wie bei einem Kofferraum.

Im Dezember 2015 entdeckte Heinrich Baarlink in einer Scheune in Itterbeck den Schlepper. „Er stand da in einer dunklen Ecke und war reichlich ramponiert und verbeult“, erinnert er sich. Doch die Substanz der Blechteile war noch gut, und der luftgekühlte Vierzylinder-Motor lief einwandfrei. Schnell war dem Kenner klar, dass es sich um ein seltenes Stück handelte. „Den musste ich haben, und wir konnten uns auch rasch auf einen Preis einigen“, erzählt er. In der Werkstatt wurde dann das Innenleben auf Herz und Nieren geprüft. Vor allem das Getriebe hatte eine Überholung nötig. Eigentlich hätten 25 Liter Getriebeöl aus dem Traktor fließen sollen. Es kamen knapp vier Liter Öl. „Das hatte die Farbe und Konsistenz wie Mayonnaise“, schildert Heinrich Baarlink, „armes, armes Getriebe.“

Für die Restaurierung nahm Baarlink alte Unterlagen und Fotos zur Hilfe. „Der Teufel steckt manchmal im Detail“, erzählt der Niedersachse schmunzelnd. Orginalität geht ihm über alles, und am liebsten hat er seine Traktoren wie aus dem Ei gepellt, besser als neu. Arbeiten müssen die Oldtimer bei ihm auch nicht mehr, allenfalls ab und an mal einen Hänger ziehen oder Baarlinks Wohnwagen. Mit dem Eicher spaltet der 64-Jährige zudem ab und an Holz.

 

Der Eicher Königstiger 2 Allrad in Kürze:

Bauzeit: 1968 bis 1972
Motor: EDK 4-7 – luftgekühlter Vierzylinder-Reihen-Direkteinspritz-Motor
Hubraum: 3.927 cm³
Leistung: 52 PS bei 2.000 Umdrehungen/Minute
Getriebe: ZF A 212 mit 8 Vorwärts- und vier Rückwärtsgängen
Höchstgeschwindigkeit: 17,6 bzw. 25,3 Kilometer pro Stunde

Wer soll eine Runde weiterkommen? Stimmt heute, am 1. August, zwischen 9 und 22 Uhr ab. Entweder auf unserer Facebook-Seite, der Seite von LandwirtOnline24 oder hier als Kommentar: „Sören“ oder „Heinrich“ genügt, dann zählen wir die Stimme mit. Achtung: Es dauert einen kleinen Moment, ehe der Kommentar freigeschaltet ist. Und natürlich zählen wir nur eine Stimmabgabe je IP-Adresse. Natürlich auch, wenn ihr mehr schreibt, das dürft ihr sehr gerne tun. Und wir freuen uns natürlich auch über neue Likes für die Facebook-Seiten.

Mehr zum Ablauf der Wahl lest ihr hier.

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