Neue Kolumne: Dr. Trecker

Einen guten Arzt machen vor allem drei Dinge aus: Fachwissen, Einfühlungsvermögen und eine kräftige Prise Humor. Holger Hink alias „Dr. Trecker“ setzt all‘ das täglich bei seiner Arbeit mit seinen sehr betagten Patienten ein. Seit zwei Jahren betreut er im Freilichtmuseum Kiekeberg in Rosengarten bei Hamburg die große Sammlung historischer Landmaschinen und etwa 65 Oldtimer-Traktoren. Die Hälfte davon ist betriebsfähig und bei Vorführungen im Museum zu sehen, einige regelmäßig, andere auch nur ganz selten. Jedes Jahr kommen am zweiten Septemberwochenende um die 400 Traktoren und alle zwei Jahre auch zusätzlich Dampfmaschinen zusammen (nächster Termin: 8. und 9. September 2018, im geraden Kalenderjahr sind auch Dampfmaschinen dabei).

Natürlich ist dann die Werkstatt – oder besser: Klinik – von Dr. Trecker ein beliebter Anlaufpunkt. „Hier arbeitet Dr. Trecker. Sprechzeiten nach Vereinbarung“, steht auf dem orangefarbenen Zettel, der an der Eingangstür klebt. Die Patienten kommen teils mit letzter Kraft oder auch nur noch von anderen geschoben oder gezogen zu ihm – und verlassen das Gebäude stets irgendwann wieder fröhlich tuckernd, schnaufend, zischend oder knallend. „Ich muss mich erstmal auf die Patienten und ihre Eigenarten einstellen, aber irgendwann verstehen wir uns blind“, erzählt der Traktorflüsterer.

Geboren wurde er als Holger Hink 1973 in Stade – durch seine Adern floss damals schon ein gehöriger Anteil Diesel. „Im familiären und weiterem Umfeld bin ich von Anfang an mit Verbrennungsmotoren infiziert worden“, sagt Hink. 1989 machte er die Ausbildung zum Kfz-Mechaniker und arbeitete auch in dem Beruf, bis er seinen Zivildienst antrat. Im Anschluss leitete er 13 Jahre lang eine kleine Metallwerkstatt in einer Therapieeinrichtung für Suchtkranke.

Dem Schrauben blieb er treu. Er setzte drei Jahre lang Land- und Baumaschinen instand und leitete später eine Schlosserabteilung in einem Lebensmittelbetrieb. Als Metallrestaurator und Werkstattleiter kam er schließlich im September 2015 ins Museum am Kiekeberg. „Beruf kommt von Berufung“, sagt Holger Hink und schmunzelt, „mit diesem Arbeitsplatz kann ich endlich in Vollzeit meiner Berufung nachgehen.“ Den Traum, in einem Museum zu arbeiten, hegte er schon seit längerer Zeit. Denn Verbrennungsmotoren, Traktoren und Oldtimer waren schon immer seine Leidenschaft.

Jeden Mittwoch schraubt er mit Mitgliedern der Technik-AG an alten Traktoren und anderen Landmaschinen. Sein Optimismus dabei ist unerschütterlich: „Den kriegen wir schon wieder hin“, sagt er über jeden Patienten. Und sei dieser noch so angeschlagen. Für diesen Winter sind unter anderen ein 12er Lanz-Bulldog und ein Dumper in die Klinik eingezogen.

Wie diese ihren zweiten Frühling erleben, kannst du in unserem Blog mitverfolgen. Dr. Trecker schreibt von nun an alle 14 Tage eine Kolumne über seine Arbeit am Kiekeberg. Wir freuen uns schon sehr!

Text: Birthe Rosenau
Fotos: Freilichtmuseum am Kiekeberg

 

Diesen Sonntag im Museum: Kartoffelfest

An diesem Sonntag dreht sich im Freilichtmuseum am Kiekeberg alles um die tolle Knolle: Rote, blaue oder gelbe Kartoffeln – die ganze regionale Vielfalt wird zu sehen sein.
Dazu gibt es spannende Vorführungen: Dr. Trecker und sein Team bringen das 60 Jahre alte Kartoffelsortierband wieder zum Laufen. Dazu gibt es an verschieden Marktständen ein großes Angebot an regionalen Knollen.

In der Lehrküche zeigen die Landfrauen leckere Rezepte rund um die Kartoffel. Kinder experimentieren und basteln beim Mitmachprogramm Kreatives mit den Erdäpfeln. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt: Am Kartoffeldämpfer gibt es frische Kartoffeln mit Quark.

Mehr Informationen zum Programm gibt es auf der Seite des Freilichtmuseums.

Du willst mehr von Dr. Trecker lesen? Hier geht es zu den weiteren Blog-Beiträgen. Einfach auf eines der Bilder klicken!

 

Kolumne Dr. Trecker – Tietzer und Hink drehen ab

Kolumne Dr. Trecker – Auf Tour

 

Kolumne Dr. Trecker – Spezial-OP

 

 

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