Duell der Allrad-Giganten

Wenn er von seinem Wotan II Allrad spricht, gerät Michael Klotz ins Schwärmen: „Er läuft wie ein Uhrwerk, hat Kraft im Überfluss, bietet jede Menge Fahrspaß – ein Wahnsinnsgefühl.“ Da muss der Kontrahent, der Fendt Favorit 11 SA von Heinrich Baarlink, erstmal gegen ankommen. Doch Baarlink lächelt verschmitzt: „Wer Fendt fährt, führt. Damit ist alles gesagt.“ Der zitierte Werbespruch der Traktorenbauer aus Marktoberdorf zeugt wahrlich nicht von Bescheidenheit. Die ist aber auch nicht angebracht, denn Fendt galt immer schon als innovationsfreudig, gleichzeitig als Garant für ausgereifte, hochwertige Technik. Eicher spielte mit seinen alpinblauen Schleppern aus Forstern zwar nie in der obersten Traktoren-Liga, doch durch die Einführung seiner ersten Sechszylinder-Maschine gelang dem Unternehmen 1968 ein gezielter Angriff auf bisherige Angebote des deutschen Traktormarktes. Die allgemeine Nachfrageflaute traf Ende der 1960er-Jahre zusammen mit dem Ruf der Landwirte nach stärkeren Schleppern.

Auch damals schon Luxus

Bei der Namensfindung gab sich wiederum Eicher höchst selbstbewusst: Als Krönung der Raubtier-Reihe stand für den Wotan kein geringerer Pate als der oberste germanische Gott. Fendt baute hingegen 1970 mit dem Favorit 11 SA auf das bereits seit 1966 produzierte und erfolgreiche Sechszylinder-Modell Favorit 4 und dessen Nachfolger Favorit 4 S auf. Gemein hatten alle drei vor allem technische Neuheiten wie das Vollsynchrongetriebe mit Turbomatik und die hydrostatische Lenkung. Mit einem Preis von damals etwa 41.000 D-Mark war der Favorit 11 SA ein Luxusgefährt, das sich nicht viele Landwirte leisten konnten. Die Allrad-Variante verkaufte sich 134 Mal, die Hinterradvariante war mit 26 Exemplaren mehr oder weniger ein Flop. Eicher brachte den Wotan II in der Allradversion etwa 2.700 Mal an den Mann, die Hinterradversion war mit 15 Exemplaren wie bei Fendt eine regelrechte Pleite.

Mit 95 PS lagen die Modelle von Fendt und Eicher gleichauf; Eicher erhöhte allerdings 1973 marketingwirksam die Motorleistung des Wotan II auf 100 PS. Der Erfolg des Eicher-Flaggschiffs kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Traktorbauer aus Forstern in den Siebzigern bereits auf dem absteigenden Ast war – im April 1970 wurde der Kooperationsvertrag mit Massey-Ferguson unterzeichnet. Fendt sollte hingegen erst 1977 mit 17 511 Schleppern den Produktionsrekord in seiner Unternehmensgeschichte bis dato erreichen. 1972 löste die Baureihe Favorit 600 sowohl den Favorit 11 SA als auch die zeitgleich eingeführten Modelle Favorit 10 S (80 PS) und 12 S (110 PS) ab.

So originalgetreu wie möglich

Direkt auf den ersten Blick wird klar, dass viele Arbeitsstunden in den zum Duell angetretenen Schleppern stecken. Akribisch hat Heinrich Baarlink seinen 2009 erstandenen Fendt restauriert. Dafür nahm er alte Unterlagen und Fotos zur Hilfe. „Der Teufel steckt manchmal im Detail“, erzählt der Niedersachse schmunzelnd. Da wollen auch die Nummernschilder richtig platziert sein: hinten links am Schutzblech und vorne unter den Leuchten. „Und sonst nirgendwo“, sagt Baarlink entschieden. Nur wenige Kilometer von seinem Wohnort Laar-Echteler entfernt war der 11 SA noch in einer Gärtnerei im Einsatz. Eigentlich wollte Baarlink dort nur Heckenpflanzen kaufen, doch seine erste Frage galt dem Sechszylinder. „Die Leute hatten den schweren Fendt aber gerade erst verkauft, völlig unter Wert“, erinnert sich der ehemalige Landwirt im Nebenerwerb. Chance verpasst. Doch es ließ ihm keine Ruhe, und schließlich spürte er den Fendt ganz in der Nähe auf. „Der Besitzer hatte eh keinen Platz, um ihn zu stellen, da waren wir uns schnell einig“, erzählt Baarlink.

Die Restaurierung des Schleppers (Baujahr 1971) ging er dann mit Ruhe an. Innerhalb eines halben Jahres setzte er die verbeulten Kotflügel in Stand, dichtete die Zylinderköpfe ab, erneuerte die Luftfilter und besserte Kleinigkeiten an der Elektronik nach. Das alte Fritzmeier-Verdeck durfte nicht mehr an den frisch lackierten Traktor zurück: „Das scheuert mir ja nur den Lack ab. Da habe ich lieber eine verbrannte Birne als splitternde Farbe“, scherzt er. Eigentlich störte ihn auch der Sicherheitsbügel, doch da er im Originalprospekt von Fendt auch vorhanden war, durfte er bleiben. Wie aus dem Ei gepellt sieht der Favorit 11 SA nun wieder aus.

Auch der Eicher Wotan II erstrahlt dank Besitzer und Restaurator Michael Klotz wieder in neuem Glanz. 2001 entdeckte der 44-Jährige den Allrad (Baujahr 1973) in einem Nachbarort von Raumland (Bad Berleburg): „Der war eine Ruine. Die Haube diente wohl als Trommel beim Kühe eintreiben“, sagt er lachend. Doch schlimmer als die Schönheitsfehler waren die Schwächen bei den inneren Werten. Zuerst klang der Schlepper zwar rund, bei näherem Betrachten erlebte Klotz dann die eine oder andere Überraschung. Als er den Motor ohne Auspuff laufen ließ, stieg aus dem fünften Zylinder eine blaue Wolke auf. „Als mein Vater und ich den Motor dann zerlegten, kam das Unheil zum Vorschein“, erinnert sich Michael Klotz. Im Kolben fand er riesige Riefen: „Da müssen schon richtige Kieselsteine rein geraten sein“, vermutet er. Er spendierte dem Eicher einen neuen Kolben, tauschte den Zylinder und die Pleuelstange aus. Ein Freund von ihm fertigte den Edelstahl-Auspuff, der dem Original nachempfunden ist. Auch Leuchten und Blinker wurden erneuert, der Nebenantrieb für den Allrad überholt. Voriges Frühjahr waren dann die Bremsen an der Reihe. Anfangs entschied sich Michael Klotz gegen die Edscha-Kabine, die der Traktor im Original hatte. Doch da er mit dem Wotan noch regelmäßig im Wald arbeitet, musste etwas Neues her: geworden ist es eine schlichte Dieteg-Kabine. An Motorhaube, Kotflügel und Armaturenbrett habe der Lackierer „wahre Wunder vollbracht“, sagt Klotz zufrieden.

Linien und Kanten für Modernität

So unterschiedlich die beiden Trecker auch in ihrem optischen Erscheinungsbild sind, so ist doch bei beiden Modellen der Übergang von runden Formen zu geraden Linien und Kanten als Zeichen von Modernität erkennbar. Der grüne Fendt wirkt nicht nur wuchtiger als sein hellblauer Gegner, sondern hat auch bei den Abmessungen die Nase leicht vor dem Eicher. Die nunmehr eckige Motorhaube des Allrad-Boliden hatte vor allem aber praktische Gründe: Der Prototyp des Vorgängers, der Favorit 4, hatte Probleme mit der Kühlung des Sechszylinder-Motors. „Unter der runden Haube war er zu sehr eingesperrt“, weiß Baarlink, „Fendt wollte zur DLG-Messe 1964 unbedingt etwas Neues präsentieren, der Favorit 4 erlangte in dieser Form nie Marktreife.“ Zwei Jahre sollte es dauern, ehe die Variante mit der neuen, eckigen Form verkauft wurde. Laut Fendt wurden circa 14 Allrad- und zehn Hinterradmaschinen des Prototyps gebaut – vermutlich ist er aber außer auf Prospektbildern oder in Vorführungen nie bei Kunden beziehungsweise öffentlich aufgetaucht. „Ich suche dennoch weiter“, sagt Heinrich Baarlink schmunzeln, „denn so genau weiß ja keiner, was es damit auf sich hat.“

Die eckige Haube lässt nun viel Platz für die sechs wassergekühlten Zylinder, besonders bei Baarlinks 11 SA, da dieser keine Druckluftbremsanlage hat. „Die baute Fendt immer vorne ein“, erklärt er, „da ist bei mir alles frei.“ Über die abnehmbaren Seitenbleche mit den als vier Parallelogrammen angelegten Lüftungsschlitzen kann der Niedersachse die wichtigsten Wartungsarbeiten ausführen. Die große Haube zu öffnen ist hingegen kompliziert und mit vielen Handgriffen verbunden. Zuletzt hatte Baarlink sie abgenommen, um die darunter verborgene Kraftstoffanzeige zu reparieren. Der bequeme Fendt-Sattelsitz ist ebenso ein Original wie der Sicherheitsbügel. Die eckigen Kotflügelsitze auf beiden Seiten führen das neue Fendt-Design fort. Stolz ist Baarlink auf das in Glas eingefasste Fendt-Emblem, welches das Original-Kühlergitter ziert. „In dem Muster ist das Gitter nicht mehr zu bekommen, gleiches gilt wohl auch für das Emblem“, erläutert er. „Da wäre ich schon böse, wenn mir jemand die Front zerdeppert“, betont der Traktorfan. Ecken und Kanten zeigt der Luxusschlepper auch bei Lampen und Blinkern – die waren bei früheren Fendt-Modellen noch rund.

Auch der Wotan II sollte mit seiner langgestreckten und vergleichsweise kantigen Haube den Fortschritt symbolisieren. Das zahlte sich aus: Die DLG-Ausstellung in Köln prämierte den Wotan II 1970 als „formschönsten Schlepper“. Im direkten Vergleich zum Fendt wirkt der Eicher jedoch immer noch deutlich runder und weicher, zudem kompakter. Das neu gestaltete Eicher-Logo kommt schnittiger und moderner daher, unterstützt wird der Eindruck durch die mit der 3.000er-Baureihe neu eingeführten drei weißen Streifen auf der Haube. Die runden Leuchten sind seitlich der Haube angebracht. Rund sind bei Michael Klotz‘ Lieblingsschlepper auch die Kotflügel. Der sehr lange Radstand und die niedrige Höhe machen das besondere Erscheinungsbild des Eicher-Flaggschiffes aus. Die Haube lässt zudem den Blick auf die sechs Zylinder und die einzelnen Radialgebläse frei. Ein großer Wurf war den Herstellern mit dem Eicher-Gesundheitssitz gelungen: Er mildert Schlepperschwingungen und Fahrstöße und lässt sich in acht Stufen individuell auf das Gewicht des Fahrers einstellen. Zudem kann zwischen Straßen- und Ackerfahrt gewählt werden. Bei Klotz‘ Wotan war der Sitz jedoch nicht mehr erhalten.

Startfreudig – sowohl wasser- als auch luftgekühlt

Was aber steckt nun bei den beiden Kontrahenten unter der Haube? Dank Direkteinspritzung steht der eine dem anderen in Sachen Startfreudigkeit in nichts nach. Einen Kaltstart, auch bei Minustemperaturen, stecken sowohl der Fendt als auch der Eicher problemlos weg. Eicher bewirbt im Originalprospekt zudem die Kaltstartanlage und die „großdimensionierte Batterie“. Der wassergekühlte MWM-Motor im Fendt glänzt mit ruhigem und vibrationsarmen Lauf. Mit einer Bohrung von 95 Millimetern und einem Hub von 120 Millimetern haben die sechs Zylinder zusammen einen Hubraum von 5,1 Litern. Daraus schöpft er maximal 95 PS bei 2.400 U/min. Erst der Nachfolger 12 S erreicht symbolträchtig eine dreistellige PS-Zahl (110 PS) mit einem Hubraum von 6,2 Litern. Die Zweikreiskühlung mit Rillenthermostat und Flachrippenkühler arbeitet laut Heinrich Baarlink zuverlässig. „Nur einmal musste ich das Thermostat auswechseln, da war der Motor unterkühlt“, sagt er und macht keinen Hehl aus seiner Vorliebe für wassergekühlte Motoren. „Die sind deutlich wartungsärmer“, erläutert er das. Eicher setzte hingegen seit den 1950er Jahren auf luftgekühlte Motoren; gemeinsam mit Deutz nahm der Hersteller aus Forstern eine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet ein. Jeder der sechs im EDK6-1 in Reihe verbauten Zylinder wird durch ein eigenes Radialgebläse gekühlt. Anfangs schöpfte der Motor aus 5,89 Litern Hubraum 95 PS bei einer Nenndrehzahl von 2.000 U/min. Ab 1973 erhöhten die Eicher-Techniker die Leistung des Motors auf werbewirksame 100 PS Nennleistung.

Bei der Einspritzpumpe gab es 1973 ebenfalls einen Umbruch: Bis zu diesem Zeitpunkt verbaute Eicher Kugelfischer-Pumpen, später dann (wie zuvor schon Fendt und viele andere Traktorbauer) Bosch-Einspritzpumpen. Dazu Michael Klotz mit einem Augenzwinkern: „Ich bin froh drum, dass ich noch die Kugelfischer-Pumpe habe. Die war schon im 911er Porsche – warum sollte sie da schlecht sein?“ Natürlich hinkt der Vergleich etwas, ein Traktor hat schließlich eine Diesel- und keine Benzinpumpe, und er ist auch kein Rennwagen. Und Baarlink neckt: „Eicher wird schon wissen, warum die das geändert haben. Die Kugelfischerpumpe war soweit ich weiß recht anfällig.“ Auch die Ersatzteillage sei bei den Bosch-Pumpen besser. Gemein ist beiden Schleppern das wartungsfreundliche Einzelzylinderprinzip: Zum Abschleifen können Köpfe einzeln heruntergenommen werden. Beide Motoren verfügen zudem über eine siebenfach gelagerte Kurbelwelle und Druckumlaufschmierung. Genaue Angaben zum Verbrauch sind schwer zu finden. Heinrich Baarlink hat bei seiner letzten längeren Fahrt 60 Liter auf 250 Kilometern verbraucht, sein Tank fasst 130 Liter. Deutlich kleiner fällt der Tank des Eichers mit 95 Litern aus. Michael Klotz gibt an, der Wotan II sei „sehr sparsam im Verbrauch.“ Optional ist der Eicher mit einem Zusatztank erhältlich und fasst dann 160 Liter.

Beim Getriebe vertrauen beide Hersteller auf die Arbeit der Zahnradfabrik Friedrichshafen. Der Fendt Favorit 11 S A verfügt über ein ZP-Synchron-Feinschalt-Getriebe (Typ: T 330 II) mit Mittenschaltung und 16 Vorwärts und acht Rückwärtsgängen. Die ersten beiden Gänge funktionieren per Bolzenschaltung und sind nicht synchronisiert; der dritte bis sechste Gang ist in jeder Stufe vollsynchronisiert, auch bei Rückwärtsschaltung. Mittels eines zweiten Hebels wird zwischen schnell, langsam und rückwärts gewandelt. Die optionalen Kriechgänge und Superkriechgänge schaltet der Fahrer mit einem dritten Hebel. Deren langsamste Fahrgeschwindigkeit beträgt 290 Meter pro Stunde. Äußerst innovativ und für den Fahrer komfortabel ist die Turbomatik: Sie sorgt für ruckfreies Anfahren und eine nahezu stufenlose Anpassung der Geschwindigkeit. Bei getretener Kupplung legt der Fahrer den Anfahrgang ein – das funktioniert problemlos auch im sechsten Gang – und lässt die Kupplung kommen. Der Schlepper setzt sich erst nach Lösen der Bremse und Treten des Gaspedals in Bewegung. „Der Trecker lässt sich wirklich fein schalten. Auch im Gebirge konnte ich ohne Handbremse anfahren“, ist Heinrich Baarlink begeistert. Zudem ist die ölhydraulische Kupplung wartungsarm und ohne nennenswerten Verschleiß.

Wotan? Nicht kleinzukriegen!

Mit Steigungen hat auch der große Eicher-Allrad keine Probleme, betont Michael Klotz: „Der Wotan ist nicht kleinzukriegen!“ Eicher verbaute im Wotan das ZF-Getriebe T 335/II. Die obersten vier Gänge, Gruppen und Rückwärtsgänge sind synchronisiert, auf der Straße kann ohne Zwischengas gefahren werden. Anfangs waren 16 Vorwärts- und sieben Rückwärtsgänge verfügbar, ab 1973 gab es 20 Vorwärtsgänge und neun Rückwärtsgänge. Auch beim Wotan II kann der Fahrer mit sehr langsamen Geschwindigkeiten arbeiten. Die Motorzapfwelle kann unter Last durch einen seitlich angebrachten Hebel bedient werden, vollkommen unabhängig vom Kupplungspedal. Eicher bewarb diese Neuerung im Vergleich zu seinen vorherigen Modellen, die noch über eine per Fuß zu bedienende Doppelkupplung verfügten, ausführlich in seinen Werbeprospekten: „Eine derartige technische Lösung ist naturgemäß teuer, bringt aber für jegliche Zapfwellenarbeit, insbesondere mit Vollerntemaschinen und Spezialgeräten, solch‘ große Vorteile mit sich, daß sie für ein Spitzenprodukt wie den EICHER-Wotan einen selbstverständlichen Ausrüstungsgegenstand darstellt.“

Was Komfort und Sonderausstattung angeht, lassen beide Hersteller nur wenige Wünsche offen. Bequeme Aufstiege und breite Durchgänge zur Fahrerplattform dürften in der Oberklasse der Traktoren als selbstverständlich gelten. Zudem sind bei beiden Schleppern gleichermaßen alle Steuerhebel gut erreichbar. Optional kann durch Zusatzgewichte an den Rädern und vorne bei Favorit und Wotan das Drehmoment erhöht werden – besonders interessant für Situationen, in denen schwere Lasten gezogen werden sollen. „Ein Anhänger mit 40 Tonnen macht dem Favorit keine Mühe, und die Zusatzgewichte an den Reifen machen sich nicht bemerkbar“, bestätigt Heinrich Baarlink. Frontlader und Mähwerk gab es bei beiden Schleppern gegen Aufpreis; dazu jegliche denkbare technische Raffinesse. So konnte man den Fendt beispielsweise mit Heizung ordern – was natürlich nur mit entsprechender Kabine Sinn machte.

Wartung? Baarlink schwört auf Wasserkühlung

Was die Wartungsfreundlichkeit betrifft, haben beide Schlepper ihre Vor- und Nachteile. Beim Wotan II dient ein einziger Ölkreislauf zur Versorgung von Schaltgetriebe, Allradantrieb, Hydraulik, Differenzial und Lenkung. Das erleichtert die Wartung, hat allerdings auch seine Nachteile: bei Störungen im Kreislauf, etwa durch verunreinigtes Öl oder aber Ausfall der einzigen Pumpe, sind davon alle beteiligten Aggregate betroffen. Fendt hingegen verbaute für die Lenkung eine separate Hydraulikpumpe mit einem eigenen Ölkreislauf. So bleibt etwa der Traktor bei Ausfall der Pumpe für das Hubwerk weiter fahrtüchtig. „Beim Wotan II liegt keine unnötige Leitung oder Schraube, das macht die Wartung einfach“, sagt Michael Klotz. Die technischen Ersatzteile seien gut zu bekommen, und auch Blechteile werden heute wieder verstärkt produziert. Beim Fendt erschwert die umständliche Demontage der Haube manche Wartungsarbeiten, vieles lässt sich jedoch auch bei abgenommenen Seitenblechen erledigen. Baarlink betont zudem noch einmal die Vorteile des wassergekühlten Motors: „Ich brauche hier nur zur Reinigung die Kühllamellen abzuspritzen, eine Sache von wenigen Minuten. Beim Wotan muss ich hingegen jeden der sechs Lüfter einzeln sauber machen, also jedes Blech abschrauben. Das ist Arbeit.“

Gibt es Schwachstellen? Heinrich Baarlink fällt die ein oder andere Kleinigkeit ein – wie die schnell brüchig werdenden Gummiverschlüsse zur Befestigung der Blechteile. Michael Klotz schüttelt entschieden den Kopf: „Schwachstellen? Gibt es keine! Vom Wotan II bin ich völlig überzeugt.“

Text: Birthe Rosenau, Fotos: Nico Hertgen

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