Tolle Atmosphäre in Twistringen

Dieselgeruch und Dieselsound bestimmten am Wochenende das Ambiente rund um die Alte Ziegelei in Twistringen, rund 30 Kilometer südlich von Bremen gelegen. Zum fünften Mal hatten die Alteisenfreunde Twistringen-Neubruchhausen zum Treffen klassischer Trecker und Fahrzeugen aller Art eingeladen – und erlebten wie gewohnt einen heftigen Ansturm von Teilnehmern und Besuchern. „Unter allen Trecker-Treffen, die ich kenne – und ich kenne verdammt viele, ist Twistringen der absolute Burner, das Highlight der Saison“, meint Jens Silbering, der mit seinem 1957 gebauten Hanomag R 435 aus der Nähe von Minden angereist war. Für die rund 60 Kilometer lange Strecke hat er rund vier Stunden benötigt. „Hier bei den Alteisenfreunden stimmt alles: die Mixtur der Leute und ihrer Fahrzeuge, dazu die Atmosphäre auf dem Gelände und das ganz Umfeld mit Teilemarkt, die Vorführungen und natürlich die Party am Samstagabend. Mit Sicherheit die Nummer Eins im Norden!“ Das nunmehr fünfte Treffen für klassische Traktoren bei der Alten Ziegelei platzte bereits am Anreisetag aus allen Nähten. Steffan „Pummel“ Berensen vom Orga-Team: „Knapp 400 Gäste reisten – wie unter Traktoristen üblich – mit ihren ausgebauten Bauwagen an. Dazu kamen mehr als 200 weitere Fahrzeuge von Teilnehmern aus dem unmittelbaren Umland.“

Ein Aufwand, der sich lohnte, denn das ganze Wochenende über besuchten zahlreiche Familien und Technikfreunde das „eisenhaltige Familienfest“. Auf dem Schauacker dröhnten die Motoren von Lanz, Deutz, Unimog und Co. bei Pflug- und Schleppvorführungen. So mancher wunderte sich, zu welchen Leistungen selbst kleine Traktoren in den 1950er-Jahren bereits fähig waren – beispielsweise ein wackerer Hanomag R16 mit schmalen 16 PS, der ohne Schwierigkeiten einen schweren Baumstamm durch die Ackerkrume zog.
Dass solche Arbeiten in der Vergangenheit auch mit weitaus weniger PS gemeistert wurden, zeigten die Holzrücke-Vorführungen in einem kleinen Waldstück. Mit mächtigen Kaltblütern wurden Baumstämme an Ketten aus dem Unterholz geborgen, ganz so wie noch vor 50 Jahren. Und statt Diesel nachzutanken, genügte den Pferden nach getaner Arbeit ein paar Forken Heu.
Zu sehen gab es die gesamte Fahrzeug-Bandbreite historischer Ackerschlepper. Publikumslieblinge waren wie immer die Glühkopf-Boliden aus dem Hause Lanz, die schon aus der Ferne mit ihrem prägnanten Motorengeräusch auf sich aufmerksam machten. Doch auch die Youngtimer der Szene – MB-tracs, IHC-Schlepper oder Deutz-Traktoren jüngeren Baujahrs – waren repräsentativ vertreten. Dazu gesellten sich Unimogs, Raupenschlepper und Lkw, aber auch diverse Oldtimer der Pkw- und Lkw-Fraktionen.

Unter allen Trecker-Treffen, die ich kenne – und ich kenne verdammt viele, ist Twistringen der absolute Burner, das Highlight der Saison.

Jens Silbering, Besucher

Auf dem Ziegelei-Gelände boten allerlei Händler ihre Waren feil: Vom kompletten Traktor über Ersatzteile, Zubehör bis hin zu Mützen, Kaffeetassen und Antiquitäten. Wer es gern weniger kommerziell hatte, bestaunte in dem alten Industriekomplex eine riesige Sammlung von mehr als 100 alten Dreschmaschinen, den gigantischen Herforder Stationärmotor oder die alte Schmiede.
Am Samstagabend kehrte für einen Moment lang Ruhe ein. In den Fahrerlagern glühten in den Wagenburgen die Schwenkgrills und brannten die Lagerfeuer. In gemütlicher Runde und unter Ausschluss des Publikums fanden die Traktoristen Gelegenheit zu ausführlichen Dieselgesprächen im Kreise der Gleichgesinnten. Nur um kurz darauf bei der Ziegelfete wieder richtig Gas zu geben. So mancher Zeitgenosse soll erst weit nach Sonnenaufgang in seine Schlafstatt im Bauwagen zurück gefunden haben.

Text: Ulf Kaack; Fotos: Nico Hertgen

FOTOSTRECKE
Noch viel mehr Fotos vom Treckertreffen findest Du hier.

2 Kommentare

  1. hallo ihr lieben treckerfreunde,
    ich habe viel gesehen auf meinem Bildschirm. das hat mir so gut gefallen, daß
    zum nächsten treffen sehr gerne kommen will.
    muß ich mich vorher anmelden?
    schreibst du mir ein paar tips?
    wann ist der Termin?

    liebe grüße von
    karl edlefsen aus lindewitt bei Flensburg

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